Biologischer Sinuslift – Knochenauffüllung nur mit körpereigenem Produkt!

Biologischer Sinuslift – Knochenauffüllung nur mit körpereigenem Produkt! 2017-04-05T11:07:00+00:00

BIOLOGISCHER SINUSLIFT

Im Jahre 2013 haben japanische Kollegen ihre erstaunlichen Untersuchungsergebnisse an Patienten veröffentlicht. Erstaunlich war, dass sie bei der Sinuslift-Operation auf Fremdmaterialien zur Knochenauffüllung gänzlich verzichtet haben. Zur Auffüllung der Kieferhöhle haben die Kollegen aus dem Patientenblut gewonnenes Fibrin (sog. PRF – Platelet Rich Fibrin) benutzt. Dieses Eigenblutprodukt wird unmittelbar vor dem Eingriff gewonnen und ähnelt exakt der Blutentnahme wie man es vom Hausarzt/Internist her kennt. Das Eigenblut wird in einer speziellen Apparatur zentrifugiert und so das PRF gewonnen.
Das PRF wird sofort zusammen mit den Implantaten in die Kieferhöhle eingebracht. Nach einer nur kurzen Abheilung von 3 Monaten, ist das PRF komplett mit eigenem Knochen ersetzt. Natürliches, eigenes Knochenwachstum kann mit dieser Methode erreicht werden.
Literatur: Tajima, N., et al. (2013), “Evaluation of Sinus Floor Augmentation with Simultaneous Implant Placement Using Platelet-Rich Fibrin as Sole Grafting Material.” The International Journal of Oral & Maxillofacial Implants 28(1): 77-83.
Wir bieten diese Methode seit 2013 auch in unserer Praxis an und haben seitdem in Verbindung mit speziellen Implantaten, die das „Durchwachsen“ des Knochens durch das Implantat ermöglichen, sehr gute Ergebnisse erzielt. Zusammen mit einer weiteren Methode, der „Fotofunktionalisierung“ von Implantaten, erreichen wir bisher unerreichte Festigkeitswerte der Implantate sogar nach Sinusliftoperation und das in einer nur 3-monatigen Abheilungszeit.

PLATELET RICH FIBRIN (PRF)

PRF oder Platelet Rich Fibrin ist ein Blutprodukt, welches aus dem Patientenblut in der Praxis gewonnen werden kann. PRF wird unmittelbar vor oder während des chirurgischen Eingriffs (Implantat- oder Weißheitszahn-Operation, Zahnentfernung, etc.) hergestellt. Durch eine einfache Blutentnahme, wie man es vom Hausarzt/Internist her kennt, werden Blutröhrchen entnommen. Diese Röhrchen werden dann mittels einer speziellen Apparatur zentrifugiert und so das PRF hergestellt.

Das PRF besteht aus der Fibrinmatrix des Blutes (vernetze Fibrinfasern), in welches Blutplasma und -plättchen und eine Vielzahl von Wachstumsfaktoren, die als Heilungsbeschleuniger wirken, konzentriert sind. Das PRF vermag in vielen Bereichen die Heilung zu verbessern und/oder zu beschleunigen.

So setzen wir die PRF Methode bei folgenden Eingriffen erfolgreich ein:

  • operative Weißheitszahnentfernung
  • Zahnentfernung
  • Sinuslift – Operation
  • Auffüllung von knöchernen Defekten in der Implantologie
  • alle parodontal-chirurgischen Eingriffe
  • chirurgische Behandlung von Risikopatienten, z.B. nach Biphosphonateinnahme

Literatur: Li, Q., et al. (2013). “Platelet-rich fibrin promotes periodontal regeneration and enhances alveolar bone augmentation.” Biomed Res Int 2013: 638043.
Naik, B., et al. (2013). “Role of Platelet rich fibrin in wound healing: A critical review.” J Conserv Dent 16(4): 284-293.
Hauser, F., et al. (2013). “Clinical and histological evaluation of postextraction platelet-rich fibrin socket filling: a prospective randomized controlled study.” Implant Dent 22(3): 295-303.

PRF Platelet Rich Fibrin ist ein Blutprodukt aus Eigenblut gewonnen

FOTOFUNKTIONALISIERUNG

Implantate aus Titan „altern“ unmittelbar nach ihrer Herstellung. Es ist bekannt, dass Titanimplantate einen Großteil ihrer guten biologischen Eigenschaften schon kurz nach dem Herstellungsprozess verlieren: die Oberflächenpolarität verkehrt sich um, so dass Wasser, Blut und natürlich auch Zellen/Proteinstrukturen die Implantatoberfläche nicht mehr gut benetzen können. So ist es auch zu erklären, warum sich der menschliche Knochen nur auf ca. 45-50% der Implantatoberfläche mit dem Titan direkt verbinden kann (BIC – Bone-Implant-Contact).

 

Unsere eigenen klinischen Erfahrungen zeigen, dass die Festigkeitswerte der Implantate, die mit dieser Methode vor dem Einsetzen in den Knochen behandelt wurden, deutlich höher sind als die unbehandelten Implantate.

Studien haben gezeigt, dass diese „gealterten“ Implantatoberflächen ihre ursprünglichen sehr guten Eigenschaften sofort und gänzlich wieder erlangen können, wenn diese unmittelbar vor dem Einbringen in den Knochen mit ultraviolettem Licht (UV-C) bestrahlt werden.
Die Oberfläche der Implantate wird dabei strukturell nicht verändert, nur die physikochemischen Eigenschaften erlangen die ursprünglichen Ausgangswerte wieder:
die Implantatoberfläche ist dann wieder sehr gut mit Wasser benetzbar, die Oberflächenpolarität kehrt sich wieder um, so dass Blut und Zellen/Proteinstrukturen sofort auf die Implantatoberfläche gelangen können.

Der Effekt ist erstaunlich! Die Implantatoberfläche wirkt nun wie ein Magnet auf die Proteine und Zellen, weil die Oberfläche von diesen jetzt vollumfänglich erreicht werden kann. In Tierversuchen konnte man zeigen, dass die Knochenanlagerungsrate von 50% bis auf 95% ansteigen kann!

Unsere eigenen klinischen Erfahrungen seit einem halben Jahr zeigen, dass die Festigkeitswerte der Implantate, die mit dieser Methode vor dem Einsetzen in den Knochen behandelt wurden, deutlich höher sind als die unbehandelten Implantate.

Wir sind im regen Austausch mit Klinikern und Wissenschaftlern an der UCLA (University of Califonia, Los Angeles, USA) und bieten dieses Verfahren nunmehr als eine der ersten Praxen in Europa an.

So haben wir festgestellt, dass bei Sinuslift-Operationen, die nur mit dem PRF-Verfahren als Füller durchgeführt wurden, beim Einsatz von Implantaten, die das Durchwachsen des Knochens ermöglichen, Festigkeitswerte erzielbar sind, die nicht mal mit den Festigkeitswerten von Implantaten im sehr dichten/harten Unterkieferknochen vergleichbar sind.

Literatur: Ogawa, T. (2014). „Ultraviolet photofunctionalization of titanium implants.“ Int J Oral Maxillofac Implants 29(1): e95-e102

Biologischer Sinuslift

Dieses Implantat wurde zur Veranschaulichung bewußt nur einseitig mit UV-C Licht bestrahlt:

auf der unbehandelten Seite sieht man ganz deutlich einen Tropfen auf einer wasserabweisenden Implantatoberfläche; die andere Seite wurde mit UV-C Licht bestrahlt und es zeigt sich keine Tropfenbildung, sondern eine superhydrophile Implantatoberfläche, die das Wasser ansaugt. Die Titanoberfläche ist vollständig mit Wasser benetzt.

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